Nachhaltig weihnachten
Zero Waste,  Weihnachten

Hacks für mehr Nachhaltigkeit in der Vorweihnachtszeit

Die Vorweihnachtszeit besteht aus Traditionen, die bewahrt und weitergeführt werden wollen. Dazu gehören Kerzen, ein Adventskalender, ein Adventskranz. Gibt es eine Möglichkeit diese Traditionen weiterzuführen und dabei gleichzeitig Nachhaltigkeit großzuschreiben? Die gibt es. Manche davon lassen sich einfacher umsetzen als man denkt.


1. Setz auf die richtigen 24 Türchen

Adventskalender stehen schon wieder seit Ende Oktober in den Regalen der Supermärkte. Die großen Lebensmittelkonzerne bieten alles, was das Herz begehrt. Egal welche Lieblingsschokolade man hat, eins ist sicher: Es gibt sie hinter 24 Türchen verpackt, um den Advent zu versüßen.

Dass diese Schokoladen unter nicht ganz so süßen Bedingungen zu uns kommt, ist vielen nicht bewusst. Mitunter werden Standard-Schokoladen unter untragbaren Arbeitsbedingungen produziert, die Kakaobauern werden ausgebeutet und Kinderarbeit eingesetzt.

Warum also nicht einfach auf Bio- und Fairtrade zurückgreifen? Man bekommt sowohl im Reformhaus, im Weltladen als auch in den gängigen Bio-Onlineshops Adventskalender, die nicht nur qualitativ hochwertigere Schokolade beinhalten, sondern zusätzlich für bessere Arbeitsbedingungen vieler Kleinbauern sorgen. Denn: „Der Kakaoanbau ist für über 5,5 Millionen Bäuerinnen und Bauern in Entwicklungsländern die Haupteinnahmequelle und sichert insgesamt den Lebensunterhalt von über 14 Millionen Menschen,“ schreibt fairtrade-deutschland.de

Nachhaltige Vorweihnachtszeit

Alternativ setzt man auf Tee, Gewürze und Co. Eigentlich gibt es in der Vorweihnachtszeit doch sowieso genug Süßigkeiten, warum also nicht den Standard-Schokoladen-Adventskalender mit einem Tee- oder Gewürzkalender austauschen? Das ist nicht nur gesünder, sondern lässt sich auch ganz einfach selbstmachen. Die altbewährten Klopapierrollen oder Dosen lassen grüßen. Je 24 Stück sammeln, befüllen, mit altem Zeitungspapier umwickeln und Schnur zubinden, Nummern drauf und fertig ist das Bastelwerk. Ich hatte vor ein paar Wochen schon einen Post über nachhaltige Alternativen zu herkömmlichen Adventskalendern geschrieben. Den gibt es hier – inklusive Bastelanleitungen. Ich habe mich übrigens für die Achtsamkeits-Alternative mit 24 kleinen Zettelchen entschieden.


2. Sag nein zu Erdöl-Kerzen

Für eine heimelige Weihnachtsatmosphäre braucht es Kerzen. Die gehören nicht nur auf den Adventskranz, sondern sind in vielen Haushalten fester Bestandteil der Weihnachtsdekoration. Doch Kerze ist nicht gleich Kerze.

Die meisten Kerzen werden auf Paraffin-Basis hergestellt. Paraffin wiederum wird aus Erdöl gewonnen. Dabei hat die Öl-Förderung katastrophale Auswirkungen auf Mensch, Umwelt und Klima. Warum? „Erdöl belastet die Umwelt von der Suche, über die Förderung, Verarbeitung und den Transport bis hin zum Verbrauch“, schreibt Greenpeace. „Für den Bau von Förder- und Transportanlagen werden wertvolle Wälder, oftmals Urwälder, gerodet und unberührte Küstenregionen in Industrieanlagen verwandelt.“ Selbst dort, wo ich viele Kindheitserinnerungen gesammelt habe, an der Nordsee.

Abgesehen von der Ölgewinnung in der Nachbarschaft, ist Erdöl zusätzlich ein heikles Thema in Bezug auf den Klimawandel und die hierzu kürzlich veröffentlichten Prognosen zur Erderwärmung. Die Verbrennung des Rohstoffs produziert massig Treibhausgase wie CO2 und ist einer der Hauptverantwortlichen für die Klimaeveränderungen. Aber was sind die Alternativen zu herkömmlichen Kerzen?

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Man hat die Wahl zwischen Kerzen aus Bienenwachs, vorrausgesetzt sie kommen vom regionalen Imker, aus Sojawachs, Pflanzenölen oder Biomasse. Zu kaufen gibt es diese in Reformhäusern oder im Bio-Onlineversand. Einen ausführlicheren Blog-Beitrag zum Thema gibt es hier.


3. In Vino veritas – in Keksen auch

Der Duft von Nelken und Zimt steigt einem in die Nase, während man sich die in Handschuhe gepackten Hände an der Tasse wärmt. Das gehört einfach dazu. Dass Öko-Test im Jahr 2015 nach einem Test nur die Hälfte der 20 getesteten Glühwein-Produkte empfehlen würde, leider auch. Einer der damals getesteten Glühweine hätte wegen eines zu hohen Kupfergehalts gar nicht erst verkauft werden dürfen.

Hinzu kommt, dass man in den industriell hergestellten Glühweinen echte Gewürze vergeblich sucht. Dafür findet man Zucker. In einigen mehr als in Cola. Um das zu vermeiden, kann man Glühwein einfach selber herstellen.

Rezepte finden sich zu genüge im Internet, die Grundzutaten sind trockener Bio-Rotwein, Gewürze wie Nelken, Kardamon und Zimt, Bio-Orangen und ein wenig Süßungsmittel. So weiß man nicht nur, was drin ist, es schmeckt auch gleich viel besser.

Nachhaltige Vorweihnachtszeit

Das gleiche Prinzip gilt für Weihnachtsplätzchen. Es ist nicht nur ein schönes Ritual zusammen Kekse zu backen und zu verzieren, sondern auch gesünder. Mischt man den Teig selbst zusammen, geht das ohne Geschmacksverstärker, gesundheitsschädliche Aromen und gegebenenfalls weniger Zucker -anstelle dessen einfach Zuckerersatzmitteln wie Agavendicksaft hinzufügen.


4. Mach’s doch einfach selbst

Wir haben als Kinder so wahnsinnig viel gebastelt, da brauchte meine Mutter gar keine andere Weihnachtsdeko mehr. Ob das jetzt schön war, sei mal dahingestellt. Aber genau daran nehme ich mir gerade wieder ein Beispiel. Sei es Basteln mit Salzteig oder einfach Naturmaterialien sammeln – eigentlich liegt die Deko vor der Haustür oder im Obst-Regal. Mit gesammelten Nüssen und Zweigen, lässt sich jede Menge anstellen. Ebenso mit getrockneten Orangen oder Apfelscheiben.

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Trocknen lässt sich das Obst am Besten mit einem Dörgerät. Sonst geht das auch im Ofen oder, energiesparender, auf der Heizung.


5. Kauf lokal

Im Internet bekommt man generell alles, was das Herz begehrt. Online zu shoppen ist selbstverständlich auch bequemer und spart Zeit. Allerdings besagt eine Studie aus dem Branchenreport des Beratungsunternehmens Oliver Wyman aus dem Jahr 2017, dass in zehn bis fünfzehn Jahren jedes zweite Filialunternehmen vom Markt verschwunden sein wird. Leerstehende Gebäude und Einzelhandelsrückgang gibt es jetzt schon mehr als genug. Wenn der Einzelhandel weiter stirbt, führt dies zusätzlich zum Abbau von Rund drei Millionen Arbeitsplätzen, so schreibt die Welt.

Eine Studie des Deutschen CleanTech-Instituts (DCTI), die vom Otto-Versand und Hermes in Auftrag gegeben wurde, besagt, dass durch den Online-Handel der C02-Ausstoß verringert werden würde. Denn die meisten fahren mit dem Auto zum Stadtbummel, was mehr Co2 ausstößt als gebündelte Paket-Auslieferungen produzieren. Tatsächlich selbst, wenn das Paket Retour geht oder mehrmals geklingelt werden muss.

Die Studie wurde zwar vom Freiburger Okö-Institut geprüft und für gut befunden, allerdings werden mehrere Faktoren für die Öko-Billanz außer Acht gelassen. Zum einen die Verpackungsberge, die oft bei Online-Bestellungen anfallen. Zum anderen kommt es auf den Konsumenten selber an. Fährt man mit dem Fahrrad oder dem Bus zum Weihnachtsgeschenke kaufen, ist die Rechnung erstmal hinfällig.

Also ab aufs Fahrrad oder in den Bus, um die Innenstädte zu erhalten und Arbeitsplätze zu sichern und CO2 zu reduzieren.

PS: Auch der Familien-Weihnachtsbesuch sorgt mit dem Bus oder der Bahn anstatt mit dem Auto für eine positive Öko-Bilanz und weniger Stress. Vorausgesetzt die Bahn ist pünktlich natürlich. Alternativ teilt man sich ein Auto. Über Mitfahrgelegenheiten lernt man nicht nur nette Leute kennen, sondern schont auch das Klima.


6. Verpacke mit Verstand

Zeitungspapier lässt sich übrigens nicht nur zum Einpacken des Adventskalenders verwenden, sondern auch für Geschenke. Denn durch die Herstellung von Geschenkpapier werden jährlich tausende Bäume gefällt. Das kostet nicht nur Ressourcen und Energie, sondern es entstehen auch riesige Müllberge, so Greenpeace. Um dem kurzen Lebenszyklus des Geschenkpapiers eine Verlängerung zu gönnen, kann man es auch einfach sammeln und wiederverwenden. Oder man setzt auf wiederverendbare Verpackungen, wie Schachteln, Stoffsäckchen oder Gläser. Geschenkanhänger kann man ganz einfach aus Salzteig selber machen. Damit sieht so ein in Zeitungspapier eingewickeltes Geschenk dann richtig hochwertig aus.

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7. Auch Bäume gibt’s in Bio

Der Adventskalender hängt und auf dem Adventskranz brennt die dritte Kerze, es ist Zeit sich um den Weihnachtsbaum zu kümmern.

Künstliche Weihnachtsbäume sind deutlich klimaschädigender als ihr Ruf. Bei der Produktion werden viel zu viel Energie und Ressourcen verbraucht. Laut Greenpeace sind PVC-haltige Bäume besonders problematisch, „da von der Produktion bis zur Entsorgung besonders gefährliche und schwer abbaubare Chemikalien anfallen.“ Zusätzlich greift man hier auf ein Plastikprodukt zurück, dass oft schon nach einem Jahr nicht mehr gefällt und dann im Müll landet. Kunststoffe können nicht vollständig zersetzt werden, so das Umweltbundesamt. Sie werden zwar immer kleiner, landen dann aber als Mikroplastik in der Umwelt und folglich wieder auf unseren Tellern, zum Beispiel in Form von Fisch. Kein Plastikbaum also. Was bleibt ist der echte Baum.

Durch echte Christbäume werden, wie bei allen Wäldern, die Böden vor Erosion geschützt und Flächen genutzt, die für die herkömmliche Landwirtschaft nicht geeignet wären. Zustätzlich speichern die Bäume CO2. Allerdings kommen bei herkömmlichen Bäumen meist Düngemittel, Schädlings- und Unkrautvernichtungsmittel zum Einsatz – Stichwort Pestizide. Das ist nicht nur generell schädlich für die Umwelt, sondern auch für den Menschen. Kauft man einen herkömmlichen Weihnachtsbaum, stellt man sich das Gift direkt ins Wohnzimmer. Deshalb lieber auf Bio-Bäume zurückgreifen.

Hat man keinen Bio-Baum-Anbieter in der Nähe, sollte man zumindest auf heimische Tannen zählen. So unterstützt man nicht nur heimische Forstbetriebe, sondern spart auch lange Transportwege ein.

Alternativ kann man auch einen Baum mieten oder selber ziehen. Utopia hat zu dem ganzen Thema einen super ausführlichen Artikel geschrieben.

In Wien kann man sich Bio-Bäume in diesem Jahr zum Beispiel beim BioAdvent am 14.&15.12. vom Adamah Biohof abholen. Oder man lässt ihn sich am 17.12. für eine Zustellgebühr von 15€ liefern.

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